Europäer:

Wie gesagt bin ich an verschwindenden Grenzen aufgewachsen, durfte in einer politisch engagierten und interessierten Familie aufwachsen, konnte als Pfadi Teil der größten Jugendbewegung der Welt sein und habe ganz früh mit Leuten aus anderen Ländern Spaß haben und zusammenarbeiten dürfen, war immer gerne und viel unterwegs, hatte das große Glück in den Niederlanden studieren zu dürfen, habe dort die Liebe gefunden, bin mit Daphne nach Brüssel gezogen, habe lange dort gelebt und gearbeitet, pendele zwischen NRW und Belgien… Und die Familie kommt von Rhein und Main, da liegt einem das Europäer sein quasi im Blut.

 

Sozi:

Augenscheinlich ist das ja so. Eingetreten bin ich relativ spät, nämlich 2009, als die Partei gerade die Bundestagswahl verloren hatte. Da gings darum Flagge zu zeigen – und auch darum etwas ändern zu wollen. Aber mit dem Engagement hat es dann noch ein wenig gedauert. Fachschaft und Hochschulpolitik gehörten so ein wenig dazu (in Regensburg und ohne Parteibindung in Leiden), aber es sollte bis zum Umzug nach Brüssel dauern, dass es richtig los ging. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit war ich von 2014 bis 2016 Vorsitzender der Jusos Brüssel, wurde 2015 in den Landesvorstand der NRW Jusos gewählt und habe mich dazwischen und seitdem auf allen Ebenen, vom Ortsverein bis zu den europäischen Dachorganisationen SPE und YES getummelt. Immer mit dabei: Der Nachdruck, dass Internationalismus und Europapolitik zentral für uns sind und sein müssen. Ab 2016 war ich dann im AK Europa der NRW SPD, dessen Ko-Koordinator ich seit 2018 bin, seit 2018 vertrete ich die NRW SPD auch in der europapolitischen Kommission der Bundespartei. Den Programmentwurf der NRW SPD habe ich maßgeblich mitgeschrieben – und freue mich, dass so einiges im Budneswahlprogramm geendet ist. Irgendwann dazwischen kam dann die Frage auf, ob ich nicht kandidieren möchte. Die Antwort ist wohl offensichtlich.

 

Bartträger:

Das ist ja wohl offensichtlich. Und ja, mir gefällt das, ich mag meinen Bart. Sonst würde ich ihn auch nicht tragen. Ich werde oft gefragt, ob mein Bart religiös bedingt ist: Nein – und zwar aus keinerlei Richtung. Das geht eigentlich auch niemanden etwas an, aber gut, hier ist die Antwort. Mein Bart kommt auch ansonsten mit keiner Aussage, ich trage ihn nicht wegen Marx und sicher nicht wegen Castro, und er ist auch keine Modeerscheinung oder ein Fashion Statement. Ich mag ihn einfach tatsächlich. Und naja, vielleicht ging mir auch rasieren auf den Keks.

 

Bierologe:

Aus dem schönen Oberfranken stammend, kann man sich des Bieres eigentlich nicht erwehren. Mit über 300 Brauereien ist es die Gegend mit der höchsten Brauereidichte weltweit. Nachdem ich das Frankenland verlassen hatte, habe ich natürlich weiter probiert und als ich in Belgien gelandet bin eine ganz neue Bierwelt entdeckt. Ein paar Urlaube und ein Gespräch mit der Braumeisterin meines Vertrauens später stand der Entschluss fest, zumindest ein bisschen mehr daraus zu machen. Zwei Jahre in Abendschule haben dann für den theoretischen Unterbau und die richtige Wahl bei der Ausrüstung getroffen. Seitdem gibt es Bierverkostungen und Beer-and-Food-Pairings, gepaart mit viel Geschichte und noch mehr Geschichten, aber eben auch ein wenig Theorie. Und am Ende ist das Bier zum Glück auch zum trinken da.

 

Borusse:

Was soll ich sagen, irgendwann hat mich die Borussia (die schwarz-gelbe) erwischt und seitdem heißt es einfach #echteLiebe. Nach Jahren des unorganisierten Verfolgens stand dann der große Schritt an: Brüssel hatte keinen BVB-Fanclub, keinen Ort an dem man sich zusammenfinden konnte, um den Verein zu unterstützen. Also musste einer her und das ginge 2015 dann auch ratzfatz. Drei Jahre als Schriftführer des neuen Fanclubs später, habe ich mich von der Kartenvergabe auf die Kartenabnahme verlegt, aber so oder so: Stadionbesuche mit dem Fanclub oder anderen Verrückten, gelegentliche Nachmittage im Vereinsheim, und einfach Spaß und Freude am Fußball in schwarz-gelb gehören einfach dazu.

 

Pfadfinder:

Ich habe irgendwann als kleiner Knirps auch mal selber gekickt. Aber irgendwann war da aus verschiedenen Gründen die Luft raus. Zum Glück kam meine Mutter dann auf die Idee mich die Pfadis ausprobieren zu lassen. Die Pfadis haben mich lange begleitet und ich habe viele tolle Erfahrungen gemacht und tolle Menschen getroffen. Dank der Pfadis pflege ich Freundschaften auf der ganzen Welt. Hier habe ich meine erste Auslandsreise ohne Eltern gemacht, der viele folgen sollten, habe viele Menschen und Länder kennengelernt. Auf unzähligen Lagern und Fahrten gab und gibt es immer wieder Neues zu erleben. Vor allem aber, dass es egal ist, wo man herkommt, aus welchem Land, aus welchem Stadtteil oder aus welcher Familie, dass wir alle Vernatwortung füreinander, für unsere welt und unsere Zukunft tragen, dass Frieden über allem steht. Als Sippenleiter, Stammesführer und Regionsvorsitzender durfte ich dann auch selber dazu beitragen. Und immer wenn es geht, dann versuche ich das auch noch zu tun. Ganz unabhängig von allem anderen macht es nämlich auch einfach Riesenspaß!